PITI

FeLV-Kater sucht Zuhause für den Lebensabend

„Hallo, ich bin Piti – ich bin ca. 13 Jahre alt, ehemaliger Bauernhofkater und alter, zahnloser Haudegen mit einem großen Herz. Mein Frauchen ist verstorben und der Doc sagt, dass ich FeLV habe, was immer das ist, aber deswegen darf ich nicht zu den anderen Katzen. Ich bekomme Medikamente, damit geht‘s mir ganz gut. Ich spiele immer noch ganz gerne und lass mich kraulen – wann und wie lange bestimme ich, aber da ich ein netter Kater bin, sage ich Dir, wann ich genug habe. Ich gehe auf Menschen zu, höre auf meinen Namen und gebe gerne Antwort oder einen Kommentar ab. Hast Du vielleicht einen schönen Platz für mich mit gesichertem Balkon, auf dem ich den Rest meines Lebens verbringen kann?“ Piti lebt zurzeit auf einer Pflegestelle, auf der noch 2 Hunde und 4 weitere Katzen leben. Grundsätzlich hat er keine Probleme mit anderen Tieren, soll aber aufgrund der Ansteckungsgefahr als Einzelkater oder zu einem anderen freundliche Leuki vermittelt werden. Auf der Pflegestelle hat er ein eigenes Zimmer, leider ohne Balkon. Daher sitzt er oft auf dem Fensterbrett und schaut in die Welt hinaus, die er früher im Sturm erobert hat. Piti ist ein gestandener Charakter – eigentlich ein Traumkater. Er ist lieb, offen, neugierig, für sein Alter sehr verspielt und unterhält sich gerne. Piti bestimmt beim Kraulen das Wann und Wie lange, gibt aber für katzenerfahrene Menschen sehr klare Signale, wann es reicht.

Piti ist FeLV positiv, das Leukose-Virus ist für andere Katzen ansteckend und greift sein Immunsystem an. Dies ebnet den Weg für anderen Erkrankungen (bakteriell oder viral). Er hat plasmazelluläre Stomatitis – eine Entzündung der Mundschleimhaut sowie einen Herpes-Virus im Maul. Bei der Behandlung des Herpes ist Erfahrung im Umgang mit Katzen ein Plus, das Mittel muss ins Maul appliziert werden und das mögen die wenigstens Katzen. Er ist in keinster Weise aggressiv, man muss ihn halt ein bisschen überzeugen. Hilfreich ist es, ihn danach mit seiner abendlichen Futterration zu belohnen. Das Schmerzmittel bekommt Piti ins Futter, also unproblematisch. Aufgrund der Entzündung im Maul sabbert er leicht. Piti braucht Menschen, die ein ebenso großes Herz haben wie er und das restliche Stück seines Weges mit ihm gehen. Wie lange dieses Stück des Weges sein wird kann man nicht sagen. Menschen, die über sein Gesabber hinwegsehen und stattdessen jeden Moment mit ihm genießen. Menschen, die „Katze“ lesen können oder bereit sind, dies zu lernen. Menschen, die keine anderen Tiere außer Leukis und keine Kinder haben, diese kennt Piti nicht. Ein gesicherter Balkon oder Katzenauslauf, um sich die Sonne auf den Bauch scheinen und den Wind um die Nase wehen zu lassen, wäre sehr schön – die Umstellung von „grenzenloser“ Freiheit zu „Einzelhaft“ hinterlässt auf seiner Seele erste Zeichen.

Piti wird kastriert und gechippt abgegeben.

CARO

Caro ist ein ca. 12 Jahre alter Kater, den wir vor rund 10 Jahren vermittelt haben. Leider ist sein Herrchen verstorben und nun ist Caro wieder bei uns. Die erste Zeit fand der nette Kater es ausgesprochen gruselig, seinen Menschen und seine Heimat verloren zu haben, und war mehr als schüchtern. Mittlerweile ist er jedoch aufgetaut. Er liebt seine Kuschelhöhlen und schläft gerne sehr viel, abends wird er munter und kommt auf die Couch zum Kuscheln, das geniesst er sehr. Aufgrund seiner früheren Lebensumstände - sein Mensch war jahrelang krank und bewegungseingeschränkt und konnte sich nicht richtig kümmern – hat Caro ein paar gesundheitliche Baustellen, die aber an sich gut zu handhaben sind. Wegen einer chronischen Ohrentzündung werden seine Öhrchen z.Zt. alle 4 Wochen vom Tierarzt gesäubert, da ist der junge Mann etwas unwillig. Mit viel Liebe und Geduld würde man das mittelfristig jedoch auch selber hinbekommen. Caro hat außerdem Spondylose, gar nicht so selten bei älteren Katzen. Das ist eine schmerzhafte Erkrankung der Wirbelsäule, bei der die Bänder und Bandscheiben ihre Elastizität verlieren und so ihrer Puffer- und Schutzfunktion nicht mehr nachkommen können. Hierfür bekommt Caro täglich ein Medikament, das er auch ganz brav nimmt. Es hilft wirklich gut, denn er nutzt sogar noch seinen Kratzbaum.

Dummerweise gilt auch hier: kein Medikament ohne Nebenwirkung. In diesem Fall führt es zu sehr hartem Kot (Aua!), wodurch der Kleine beschlossen hat, dass das Klo schuld ist. Daher kann das Ganze dann auch schon mal daneben gehen, lässt sich aber problemlos und rückstandsfrei mit einem Papiertuch aufsammeln. Mit z.B. Lachsöl kann man etwas gegensteuern, sodass mit der Zeit alles wieder etwas weicher und weniger schmerzhaft wird. Für sein kleines Geschäft nutzt Caro sein Klöchen hingegen vorbildlich. Ein bisschen Urinaryfutter wegen etwas Harngries bekommt er auch noch zwischendurch. Wir wünschen uns für Caro ruhige Menschen mit Katzenerfahrung, ohne Kinder und am besten ohne andere Haustiere. Evtl. könnte ein älterer, sozialer Kater als Partner in Frage kommen, Hauptsache keine Katzendame, das geht gar nicht. Trotz seiner Handicaps ist Caro ein wirklich süßes Schnuckelchen und hat es wirklich mehr als verdient, seine ihm noch verbleibenden Jahre mit einem geliebten Menschen in einem neuen Heim zu verbringen und nochmal ganz viel Liebe zu genießen. Ein bisschen Freigang nach einer ausführlichen Eingewöhnungszeit fände der Süße ganz toll.

Caro wird kastriert und tätowiert abgegeben.

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